EYE CAMP HARARE 1. - 3. Oktober 2007
Ein Tagebuch


Zwei große, leere Räume, eine überdim-
ensionierte funktionsuntüchtige OP-Leuchte, sechs unvollständige Mikroskope und vier voll bepackte Koffer waren die Voraussetzungen um nach drei 16-stündigen Arbeitstagen 108glücklich wieder.sehende Menschen in ihre Dörfer zurückschicken zu können.
 

 

 

Unser österreichisches Team:
Dr. Andreas Wedrich, Dr. Anton Haas, Sr. Gabriele Haas
 
Unser Einsatzgebiet war CHITUNGWIZA - ein Vorort (Township) von Harare, eine halbe Stunde Autofahrt vom Zentrum entfernt. Das Krankenhaus von Chitungwiza besitzt eine kleine Augenabteilung, in der einmal pro Woche Augenoperationen - falls Verbrauchsmaterial vorhanden - durchgeführt werden. Die Anzahl von 108 Kataraktoperationen war nur mit einem gut eingespielten und motivierten Team möglich.
 
1.Tag
Dr. Solomon Guramathunhu, ein Augenarzt aus Harare, war für die Leitung des Camps vor Ort verantwortlich. Er organisierte die Operationssäle, das Personal, die Mikroskope und die Vorauswahl der Patienten. Vor Jahren gründete er die Organisation „Eyes for Afrika“ und betreibt eine Ordination mit zwei Operationssälen in Harare. Dr. Solomon nahm uns nach 26-stündiger Anreise am Flughafen in Empfang und regelte die Zollabfertigung, bei der wir gleich die erste Überraschung erlebten. Die Flasche mit brauner Betaisodonalösung wurde beschädigt und der Inhalt vernichtete einige Linsen und unsere gesamten Infusionsbestecke. Dr. Andreas Wedrich, der einen Tag später anreiste, rettete uns mit 20 neuen Infusionsbestecken, die er in Wien kurz vor seinem Abflug noch erstanden hatte.
 
Am ersten Abend hatten wir das Glück einem, seit langem wieder einmal stattfindenden, privaten Konzert in Harare beizuwohnen. Einheimische Musiker - sie spielten auf traditionellen afrikanischen Musikinstrumenten - und zwei Jazzmusiker vom Götheinstitut aus Deutschland improvisierten und sangen miteinander vor einem wärmenden Lagerfeuer. Die Musik und die Stimmung waren wunderbar, vor allem die Begegnung mit der äußerst freundlichen, einheimischen Bevölkerung vom Stamm der Shona. Wir hatten auch die Gelegenheit mit Mitarbeitern der Deutschen Botschaft über die politische Situation Zimbabwes, die leeren Regale in den Supermärkten, tägliche stattfindende Stromabschaltungen, Benzinrationierungen, Demonstrations- und Versammlungsverbote und die höchste Inflationsrate der Welt zu sprechen.
 
2. Tag
Am nächsten Morgen begannen wir mit der Organisation der Mikroskope - insgesamt sechs an der Zahl, aus denen wir vier funktionstüchtige zusammenbauten! Im Krankenhaus waren zwei Operationssäle für uns reserviert, in denen wir vier Liegen, die Mikroskope und die Verbrauchsmaterialien für die Kataraktoperationen vorbereiteten. Zu diesem Zeitpunkt ist auch bereits Dr. Wedrich nach einem Nachtflug zu uns gestoßen. Als vierter Operateur kam uns noch Jack Aaron aus den USA zu Hilfe. Er hatte bereits ein Eyecamp in der Vorwoche hinter sich. Um drei Uhr begannen wir mit den ersten Operationen der geduldig wartenden Patienten. Wir operierten bis spät in die Nacht mit großer Unterstützung vieler Mitarbeiter des Krankenhauses von Chitungwiza.
 
3. Tag
Dieser begann mit der Visite, die immer eines der schönsten Erlebnisse ist. Die Patienten brachten ihre Freude und Dankbarkeit mit singen, klatschen, trillern und lachen zum Ausdruck. Im Anschluss ging es wieder in den Operationssaal, den wir zeitweise mit neugeborenen Babys und ihren frisch operierten Müttern teilten.
Um 21 Uhr waren wir mit den letzten Patienten fertig. Schnell noch ein Gruppenfoto und das Wichtigste: das Versprechen im nächsten Jahr wiederzukommen! Ein Dank gilt dem gesamten Team für die großartige Zusammenarbeit und den vorbildlichen Einsatz.
 
Wir freuen uns schon auf unser nächstes Eye-Camp.