Eyecamp in Osikango in Namibia
vom 20 bis 30 September 2008
 

Unser Team:
Dr. Anton & Gabriele Haas
Dr. Bertram Vidic
Dr. Brigitte Spelic
 

 

 

„Walelepo“ – „Guten Morgen,“ in der Sprache der Ovambo im Norden Namibias.
„ Tangi „ – Danke, dass ihr da seid.
So begann jeder unserer 5 Arbeitstage im „Engela State Hospital“. Das Krankenhaus ist von der Republik Finnland erbaut worden, und liegt ca. eine halbe Stunde von Osikango, einer Grenzstadt zu Angola, entfernt.
Mit unserem gemieteten Pick-up brauchten wir 1 ½ Tage, um von Windhoek nach Osikango zu gelangen, wo wir für die Zeit des Camp untergebracht waren.
Vor der Einfahrt zum Krankenhaus warteten Patienten mit ihren Angehörigen, geschützt von Moskitonetzen, unter einem riesigen schattenspendenden Baum. Es war Frühling in Namibia, am Tag war es sehr heiß (über 30°C), aber sehr kalt in der Nacht, die schlagartig um 18Uhr mit dem Untergang der Sonne begann.
Dr. Helena Ndome organisiert seit Jahren dieses Camp. Sie stammt aus Namibia, arbeitet als Augenärztin in Windhoek und kann auf die Unterstützung der Regierung bei der Organisation ihrer Camps zählen, die sie 4x im Jahr abhält. Diese stellt ihr Autos, Personal oder sogar einen Militärhubschrauber zur Verfügung.
Die nötigen OP-Materialien, wie Instrumente, Medikamente, Linsen, Abdeckfolien, Spritzen, für die Kateraktoperationen, brachte dank großzügiger Spenden, unser Team mit. Dr.Michael Ambust, ein Augenarzt aus Deutschland, steuerte ebenfalls etliche Linsen und dringend benötigte Utensilien bei. Er wurde unterstützt von Sr. Anetta und Sr. Sophia - zwei Mitarbeiterinnen aus seiner Klinik in Lohr. Dr. Joanis Brand er stammt aus Südafrika und arbeitet seit Jahren als Augenarzt in Windhoek, Dr. Emanuel Zhou, er musste seine Heimat Zimbabwe aufgrund der Unruhen verlassen und lebt und arbeitet seit einem Jahr als Augenarzt in Osikango, vervollständigten das Team.
Wir arbeiteten unterstützt von Kamati, Mathewe und Lautika jeden Tag von 8 Uhr morgens bis 8 oder 9 Uhr abends. Dass uns dir Energie nicht ausging, dafür sorgte die Krankenhausküche mit köstlichen afrikanischen Spezialitäten. So war es uns möglich, 292 Patienten zu operieren.
Das Team war hoch motiviert, das Camp mit Mikroskopen und kleinen Sterilisatoren, für die Instrumente gut ausgerüstet. Jeder half jedem. Als das Material knapp wurde, wurde improvisiert. Sterile Mäntel mussten für mehrere Operationen herhalten, Abdeckfolien wurden geteilt, Einmalgeräte öfter verwendet. Aber jeder Patient bekam seine Linse, die ihm eine neue Freiheit – die des Sehens – wiedergeschenkt hat.
Besonders die Frauen zeigten uns ihre Freude jeden Tag bei den Visiten. Sie sangen, klatschten und tanzten für uns. Zum Abschied erzählte uns ein alter Mann seine Geschichte, er war mit dem Blindenstock ins Camp gekommen. „ Schaut mich jetzt an,“ sagte er, „ich brauche ihn nicht mehr, ich kann wieder sehen. Gott segne euch dafür.“
Diese Freude haben wir in unseren Herzen mit nach Hause genommen.